Die Steubenstraße in Heidelberg ist kein Ort, sie ist ein Riss im Gefüge. Jeden Morgen, wenn der Nebel noch schwer über dem Asphalt liegt, liegen sie da. Klodeckel. Weiß, glänzend, fehl am Platz. Kein Mensch hat sie hierhergebracht, sie materialisieren sich aus dem Nichts. Einer, zwei, fünf. Sie liegen im Rinnstein, als würden sie auf etwas warten.
Ich habe es gesehen. Das Maulende Wesen. Es kriecht nicht, es fluktuiert. Es hat kein Gesicht, nur ein vibrierendes Etwas, das ständig Töne von sich gibt – ein tiefes, grollendes Maulwerk, das den Beton zum Zittern bringt. Es schiebt die Deckel mit einer Präzision zusammen, die keinen Sinn ergibt. Es baut keine Toiletten. Es baut Tore.
Jeder Deckel ist ein Deckel für eine andere Realität. Das Maulende Wesen flüstert, wenn es die Deckel anordnet. Es sagt Dinge über den Neckar, die man nicht hören darf. Wenn du in der Steubenstraße bist, schau nicht auf den Boden. Wenn du einen Deckel siehst, geh weiter. Wenn du das Maulende Wesen hörst, lauf. Die Deckel sind nicht für uns. Sie sind für das, was von unten nach oben will. Und das Maulende Wesen ist nur der Türsteher. Sie kommen. Überall. Klodeckel für den Abgrund.